Reinigungsangebote vergleichen: worauf es im Dokument ankommt

Drei Angebote, drei Endsummen und keine davon meint dasselbe. Wie Sie ein Reinigungsangebot als Dokument lesen, Positionen, Frequenzen und Ausschlüsse finden und mehrere Angebote auf einen gemeinsamen Nenner bringen.

Stefan Wizke, Inhaber von Prestige Clean

Stefan Wizke
Inhaber von Prestige Clean

Kosten & Vertrag7 min Lesezeit
Person prüft an einem Schreibtisch am Fenster einen Stapel Unterlagen mit Stift und Taschenrechner

Die kurze Antwort: Reinigungsangebote vergleichen Sie nicht über die Endsumme, sondern über das Leistungsverzeichnis. Legen Sie für jedes Angebot nebeneinander, welche Flächen enthalten sind, welche Tätigkeiten in welcher Frequenz erledigt werden, wer Material und Verbrauchsartikel stellt und was ausdrücklich ausgeschlossen ist. Erst wenn diese Punkte übereinstimmen, sagen die Preise etwas aus. Vorher vergleichen Sie Zahlen, die unterschiedliche Leistungen beschreiben.

Warum drei Angebote selten dasselbe meinen

Sie schicken drei Firmen durch dasselbe Objekt und bekommen drei Dokumente zurück. Das eine ist eine halbe Seite mit einer Summe, das zweite eine Tabelle mit Stundenzahl, das dritte ein ausführliches Leistungsverzeichnis. Der Reflex ist, die günstigste Summe zu nehmen. Das Problem: Jede Firma hat das Objekt anders gelesen, einen anderen Turnus angesetzt und andere Flächen mitgedacht.

Ein typisches Beispiel: Anbieter A rechnet die Sanitärräume bei jedem Einsatz mit, Anbieter B nur bei jedem zweiten. Anbieter A zählt die Teeküche zur Bürofläche, Anbieter B hat sie gar nicht erwähnt. Auf dem Papier sieht B günstiger aus, tatsächlich bekommen Sie weniger Reinigung. Solche Unterschiede fallen erst auf, wenn Sie die Angebote Zeile für Zeile lesen.

Ein Vergleich beginnt deshalb nicht beim Preis, sondern bei der Frage, ob überhaupt dieselbe Leistung angeboten wird. Das klären Sie am besten mit einem festen Raster, das Sie für jedes Angebot ausfüllen.

Die Bausteine eines vollständigen Angebots

Ein belastbares Reinigungsangebot besteht aus mehreren Teilen. Fehlt einer, sollten Sie nachfragen, bevor Sie weiterrechnen.

BausteinWas drinstehen sollteWorauf achten
FlächenJeder Bereich einzeln benanntNebenräume, Keller, Eingang und Sanitärbereiche nicht vergessen
TätigkeitenWas je Fläche gemacht wirdWischen, Saugen, Oberflächen, Kontaktflächen, Mülleimer
FrequenzTurnus je TätigkeitUnterschied zwischen jedem Einsatz und selteneren Arbeiten
MaterialWer Mittel und Geräte stelltVerbrauchsartikel wie Seife und Papier gesondert klären
PreisPauschale oder StundensatzNetto oder brutto, Anfahrt und Zuschläge
AusschlüsseWas nicht enthalten istGrundreinigung, Glas, Sonderreinigungen
VertragLaufzeit und KündigungsfristAutomatische Verlängerung und Preisanpassungen

Stundensatz oder Objektpauschale richtig einordnen

Ein niedriger Stundensatz wirkt attraktiv, sagt aber für sich nichts über die Monatskosten. Entscheidend ist, wie viele Stunden die Firma für Ihr Objekt einplant. Setzt ein Anbieter weniger Zeit an, sinkt die Summe, aber auch die Leistung, die realistisch in dieser Zeit möglich ist. Vergleichen Sie Stundensätze daher nur zusammen mit der geplanten Einsatzzeit pro Termin.

Hilfreich ist die Gegenprobe: Passt die angesetzte Zeit zu dem, was im Leistungsverzeichnis steht? Wenn für viele Räume, Sanitärbereiche und Kontaktflächen nur sehr wenig Zeit eingeplant ist, wird die Reinigung im Alltag zwangsläufig abgekürzt. Fragen Sie im Zweifel, wie die Firma auf die Zeit gekommen ist. Eine Firma, die das Objekt ordentlich besichtigt hat, kann das nachvollziehbar erklären.

Die Objektpauschale dreht das um: Sie zahlen einen festen Monatsbetrag für eine beschriebene Leistung. Das ist für die laufende Reinigung meist die ruhigere Lösung, weil die Kosten planbar sind. Sie ist aber nur so viel wert wie das Leistungsverzeichnis dahinter. Wir arbeiten mit einem Festpreis pro Monat und legen offen, was dafür bei jedem Einsatz passiert. Wovon dieser Preis im Einzelnen abhängt, erklären wir für die Büroreinigung, die Treppenhausreinigung und die Praxisreinigung.

Nebenkosten, Material und Ausschlüsse im Kleingedruckten

Der echte Preisunterschied versteckt sich oft unter der ersten Zeile. Prüfen Sie jedes Angebot auf diese Punkte:

  • Netto oder brutto. Steht die Umsatzsteuer bei einem Angebot dabei und beim anderen nicht, vergleichen Sie zwei verschiedene Summen.
  • Verbrauchsartikel. Seife, Papierhandtücher, Toilettenpapier und Müllbeutel sind in manchen Angeboten enthalten, in anderen werden sie extra berechnet oder bleiben Ihre Aufgabe.
  • Anfahrt und Zuschläge. Fahrtkosten tauchen manchmal als eigene Position auf. Einsätze am Wochenende, früh am Morgen oder spät am Abend können ebenfalls gesondert berechnet werden.
  • Startreinigung. Ist das Objekt länger nicht gründlich gereinigt worden, gehört eine einmalige Grundreinigung separat ins Angebot.
  • Ausschlüsse. Glasflächen, Teppichpflege oder Sonderreinigungen fehlen oft stillschweigend. Ein gutes Angebot nennt sie ausdrücklich.

In fünf Schritten zu vergleichbaren Angeboten

Mit dieser Reihenfolge bringen Sie mehrere Angebote auf einen gemeinsamen Nenner:

  1. Bedarf aufschreiben. Flächen, Nutzungszeiten, gewünschter Turnus und bekannte Problemstellen, bevor die erste Firma kommt.
  2. Alle Anbieter besichtigen lassen. Jede Firma sollte das Objekt selbst sehen und dieselben Informationen bekommen.
  3. Raster ausfüllen. Übertragen Sie jedes Angebot in die Tabelle oben. Lücken markieren Sie deutlich.
  4. Lücken schriftlich nachfragen. Lassen Sie fehlende Punkte ergänzen, damit am Ende alle Angebote dieselbe Leistung beschreiben.
  5. Erst dann Preise vergleichen. Jetzt sagt die Summe etwas aus, und Sie erkennen, ob ein günstiges Angebot wirklich günstig ist.

Vertragsbedingungen gehören mit in den Vergleich

Zwei Angebote mit gleicher Leistung und ähnlichem Preis können sich trotzdem deutlich unterscheiden, und zwar bei Laufzeit, Kündigungsfrist und Preisanpassung. Eine lange Bindung mit automatischer Verlängerung macht einen späteren Wechsel schwerfällig. Was bei einer Kündigung zu beachten ist, haben wir im Beitrag Reinigungsvertrag kündigen zusammengefasst. Das ist eine Einordnung und keine Rechtsberatung. Prestige Clean arbeitet mit monatlich kündbaren Vereinbarungen.

Schauen Sie sich außerdem an, wie eine Preisanpassung geregelt ist. Steht dort nur, dass sich der Preis ändern kann, wissen Sie weder wann noch warum. Ein faires Angebot nennt den Anlass, etwa eine dauerhafte Änderung am Objekt oder am Leistungsumfang, und sieht vor, dass Sie vorher informiert werden.

Genauso zählt, was nicht auf dem Papier steht: ob die Firma mit festen Teams arbeitet, wie die Vertretung geregelt ist und wie schnell sie auf Rückfragen reagiert. Diese Signale haben wir im Beitrag Woran Sie eine gute Reinigungsfirma erkennen gesammelt.

Ein Angebot, das Sie direkt vergleichen können

Wenn Sie gerade Angebote für ein Objekt in Hamburg oder Umgebung einholen, schauen wir es uns gern kostenlos und unverbindlich an. Danach bekommen Sie ein Leistungsverzeichnis mit Flächen, Tätigkeiten und Frequenzen und einen Festpreis pro Monat, den Sie Punkt für Punkt neben andere Angebote legen können. Werktags antworten wir binnen 24 Stunden auf Ihre Anfrage. Einen Überblick über unsere Leistungen finden Sie bei der Büroreinigung, der Treppenhausreinigung und der Praxisreinigung.

Häufige Fragen

Wie viele Angebote sollte ich für die Gebäudereinigung einholen?

Eine feste Zahl gibt es nicht. Wichtiger als die Menge ist, dass alle Anbieter dasselbe Objekt gesehen haben und auf dieselbe Leistung anbieten. Zwei gut vergleichbare Angebote helfen mehr als fünf, die jeweils etwas anderes meinen.

Ist ein Stundensatz oder eine Pauschale besser?

Für die laufende Reinigung ist eine monatliche Pauschale meist planbarer, weil die Kosten feststehen. Ein Stundensatz passt eher zu Sonderreinigungen, deren Aufwand vorher schwer abzuschätzen ist. In beiden Fällen gehört ein Leistungsverzeichnis dazu.

Was bedeutet es, wenn Material nicht im Angebot steht?

Dann ist offen, wer Reinigungsmittel und Verbrauchsartikel wie Seife, Papierhandtücher oder Müllbeutel bezahlt. Fragen Sie nach, bevor Sie vergleichen. Sonst wirkt ein Angebot günstiger, das später Zusatzkosten auslöst.

Darf ich ein Angebot nachverhandeln?

Natürlich. Sinnvoll ist es, über den Turnus und den Leistungsumfang zu sprechen statt nur über die Summe. Wer bei gleicher Leistung stark nachlässt, spart meist an der Zeit im Objekt.

Warum nennt Prestige Clean keine Preise auf der Website?

Weil ein seriöser Monatspreis vom Objekt abhängt. Wir besichtigen kostenlos, legen danach ein Leistungsverzeichnis vor und nennen einen Festpreis pro Monat, der zu genau dieser Leistung gehört.

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