Reinigungsvertrag kündigen: Fristen und Stolpersteine

Laufzeit, Kündigungsfrist, stillschweigende Verlängerung und die Frage, wann Schlechtleistung zur fristlosen Kündigung reicht. Worauf Sie achten sollten, damit die Kündigung wirkt und das Objekt danach nicht ungereinigt bleibt.

Stefan Wizke, Inhaber von Prestige Clean

Stefan Wizke
Inhaber von Prestige Clean

Kosten & Vertrag8 min Lesezeit
Person mit Kugelschreiber liest an einem Holztisch ein mehrseitiges Dokument, daneben ein Wasserglas

Die kurze Antwort: Einen Reinigungsvertrag kündigen Sie zu der Frist und in der Form, die im Vertrag stehen. Entscheidend ist, dass die Kündigung rechtzeitig beim Dienstleister ankommt, dass Sie eine stillschweigende Verlängerung nicht verpassen und dass die neue Reinigung steht, bevor die alte aufhört. Wer vorzeitig wegen schlechter Leistung aussteigen will, braucht zusätzlich eine saubere Dokumentation. Dieser Beitrag ordnet die typischen Punkte ein, ersetzt aber keine Rechtsberatung.

Welche Frist für Ihren Reinigungsvertrag gilt

Der erste Schritt ist unspektakulär und wird trotzdem oft übersprungen: den Vertrag vollständig lesen, inklusive der Allgemeinen Geschäftsbedingungen, auf die er verweist. Suchen Sie drei Angaben heraus:

  • Mindestlaufzeit. Bis wann ist der Vertrag fest geschlossen, und ab wann ist eine ordentliche Kündigung überhaupt möglich?
  • Kündigungsfrist. Wie viele Wochen oder Monate vor dem Stichtag muss die Kündigung vorliegen, und zu welchem Termin, etwa zum Monatsende oder zum Quartalsende?
  • Verlängerungsklausel. Verlängert sich der Vertrag ohne Kündigung, und wenn ja, um wie lange?

Enthält der Vertrag keine Regelung zur Kündigung, greifen gesetzliche Vorschriften. Welche das sind, hängt davon ab, wie der Vertrag rechtlich eingeordnet wird. Das ist eine Frage für eine rechtliche Beratung, nicht für einen Ratgeberbeitrag.

Laufzeit und automatische Verlängerung im Blick behalten

Die meisten verpassten Kündigungen scheitern nicht an komplizierten Klauseln, sondern am Kalender. Ein Vertrag mit fester Laufzeit und stillschweigender Verlängerung läuft einfach weiter, wenn der letzte Kündigungstag ungenutzt verstreicht. Dann sind Sie unter Umständen für einen weiteren vollen Zeitraum gebunden, obwohl Sie längst unzufrieden sind.

Für Verträge mit Verbrauchern gelten bei Laufzeit und Verlängerung strengere Regeln als für Verträge zwischen Unternehmen. Ob das auf Ihre Situation zutrifft, etwa bei einer kleinen Eigentümergemeinschaft, sollten Sie im Einzelfall prüfen lassen. Praktisch hilft in jedem Fall eine Erinnerung im Kalender, die einige Wochen vor dem letzten Kündigungstag auslöst.

Ordentlich oder außerordentlich: die Kündigungsarten im Überblick

Grundsätzlich gibt es zwei Wege aus einem Reinigungsvertrag. Sie unterscheiden sich vor allem darin, was Sie vorher nachweisen müssen.

KündigungsartWann sie in Frage kommtWorauf achten
Ordentliche KündigungZum vertraglich vorgesehenen Termin, ohne BegründungFrist, Form und Zugang vor dem Stichtag
Außerordentliche KündigungBei einem wichtigen Grund, etwa wiederholter und erheblicher SchlechtleistungDokumentation, vorherige Abmahnung mit Frist, zeitnahe Erklärung
Einvernehmliche AufhebungWenn beide Seiten den Vertrag vorzeitig beenden möchtenEnddatum, Schlüsselrückgabe und offene Rechnungen schriftlich festhalten

Die einvernehmliche Aufhebung wird oft unterschätzt. Ein offenes Gespräch mit dem bisherigen Dienstleister führt häufig schneller zu einem sauberen Ende als ein Streit darüber, ob die Mängel für eine fristlose Kündigung ausreichen.

Schlechtleistung sauber dokumentieren

Wer wegen mangelhafter Reinigung vorzeitig aussteigen möchte, muss die Mängel belegen können. Ein Satz wie „es war immer schmutzig“ hilft wenig. Belastbar ist eine Dokumentation, die sich am Leistungsverzeichnis orientiert:

  • Datum und Uhrzeit der Feststellung, möglichst zeitnah nach dem vereinbarten Reinigungstag.
  • Fotos der betroffenen Stellen, etwa Treppenstufen, Sanitärräume oder Briefkastenanlage.
  • Welche Position aus dem Leistungsverzeichnis nicht erbracht wurde.
  • Jede Reklamation an den Dienstleister, schriftlich, mit Antwort oder ausbleibender Antwort.

Vor einer außerordentlichen Kündigung steht in aller Regel eine Abmahnung, also die schriftliche Aufforderung, die konkreten Mängel innerhalb einer angemessenen Frist abzustellen. Erst wenn sich danach nichts ändert, kommt die fristlose Kündigung ernsthaft in Betracht. Auch das ist eine Einordnung und keine Beratung im Einzelfall.

Form und Zugang der Kündigung

Prüfen Sie, welche Form der Vertrag verlangt. Steht dort Schriftform, schicken Sie ein unterschriebenes Schreiben. Genügt Textform, reicht oft eine Mail. Nennen Sie in jedem Fall die Vertragsnummer, das Objekt, den gewünschten Beendigungstermin und bitten Sie um eine schriftliche Bestätigung.

Wichtiger als der Versandweg ist der Nachweis, dass die Kündigung angekommen ist. Maßgeblich ist der Zugang beim Empfänger, nicht der Tag, an dem Sie das Schreiben abschicken. Planen Sie deshalb einen Puffer ein und wählen Sie einen Weg, bei dem Sie den Zugang später belegen können.

Die Übergabe ohne Reinigungslücke planen

Eine wirksame Kündigung ist erst die halbe Arbeit. Das Treppenhaus oder Büro muss am Tag danach trotzdem gereinigt werden. Diese Reihenfolge hat sich bewährt:

  1. Letzten Kündigungstag bestimmen und daraus das Vertragsende ableiten.
  2. Neuen Dienstleister auswählen, bevor die Kündigung rausgeht, inklusive Besichtigung und schriftlichem Leistungsverzeichnis.
  3. Startdatum abstimmen, sodass der erste Einsatz der neuen Firma direkt an den letzten Einsatz der alten anschließt.
  4. Kündigung mit Zugangsnachweis versenden und die Bestätigung abwarten.
  5. Schlüssel, Zugangscodes und Material zum Vertragsende mit Protokoll zurücknehmen.

Wie der eigentliche Wechsel vom Stichtag bis zu den ersten Wochen mit der neuen Firma abläuft, beschreibt der Beitrag Reinigungsfirma wechseln ohne Lücke im Objekt.

Stolpersteine, an denen Kündigungen scheitern

  • Frist vom Absendedatum gerechnet. Kommt das Schreiben einen Tag zu spät an, verlängert sich der Vertrag unter Umständen um eine volle Periode.
  • Falscher Empfänger. Die Kündigung geht an die Reinigungskraft vor Ort statt an die Geschäftsadresse aus dem Vertrag.
  • Fristlos ohne Vorlauf. Eine außerordentliche Kündigung ohne Abmahnung und ohne Dokumentation führt häufig zu Streit statt zu einem schnellen Ende.
  • Spender und Material vergessen. Gehören Seifen- und Papierspender dem bisherigen Dienstleister, werden sie zum Vertragsende abgebaut.

Worauf Sie beim nächsten Vertrag achten sollten

Die beste Kündigung ist die, die Sie gar nicht erst planen müssen. Achten Sie beim neuen Vertrag auf kurze Kündigungsfristen, ein Leistungsverzeichnis mit Frequenz je Position und eine klare Regelung für Vertretung bei Krankheit und Urlaub. Wie Sie Angebote auf diese Punkte hin lesen, zeigt der Beitrag Was kostet die Treppenhausreinigung im Monat?

Bei Prestige Clean sind die Vereinbarungen monatlich kündbar, der Preis ist ein Festpreis pro Monat, und Sie haben mit Stefan Wizke einen Inhaber als direkten Ansprechpartner. Wir schauen uns Ihr Objekt kostenlos und unverbindlich an und stimmen den Start so ab, dass er nahtlos an Ihr bisheriges Vertragsende anschließt. Werktags antworten wir innerhalb von 24 Stunden. Mehr zum Leistungsumfang finden Sie auf den Seiten zur Treppenhausreinigung und zur Büroreinigung in Hamburg.

Häufige Fragen

Welche Kündigungsfrist gilt für einen Reinigungsvertrag?

In erster Linie die Frist, die im Vertrag steht. Üblich sind Regelungen mit fester Mindestlaufzeit und einer Frist zum Monats-, Quartals- oder Laufzeitende. Fehlt eine Regelung, hängt die Frist davon ab, wie der Vertrag rechtlich einzuordnen ist. Das ist eine Einordnung und keine Rechtsberatung, im Zweifel sollten Sie den Vertrag prüfen lassen.

Verlängert sich ein Reinigungsvertrag automatisch?

Viele Verträge enthalten eine Klausel, nach der sich die Laufzeit ohne Kündigung um einen festen Zeitraum verlängert. Ob eine solche Klausel wirksam ist, hängt unter anderem davon ab, ob der Vertrag zwischen Unternehmen oder mit einem Verbraucher geschlossen wurde. Notieren Sie sich den letzten Kündigungstag deshalb schon beim Vertragsschluss.

Kann ich bei schlechter Reinigung fristlos kündigen?

Grundsätzlich lassen sich Dauerverträge aus wichtigem Grund vorzeitig beenden. Vereinzelte Mängel reichen dafür meist nicht. In der Regel braucht es wiederholte, dokumentierte Mängel und eine vorherige Abmahnung mit angemessener Frist zur Abhilfe. Ob das in Ihrem Fall trägt, kann nur eine rechtliche Beratung beurteilen.

Reicht eine Kündigung per Mail?

Das hängt von der Formvorgabe im Vertrag ab. Verlangt der Vertrag Textform, genügt oft eine Mail, bei Schriftform sollte ein unterschriebenes Schreiben verschickt werden. Unabhängig davon sollten Sie den Zugang nachweisen können, etwa über eine schriftliche Bestätigung des Empfängers oder einen Versand mit Zustellnachweis.

Wie lange ist ein Vertrag mit Prestige Clean gebunden?

Unsere Vereinbarungen sind monatlich kündbar. Wir halten den vereinbarten Festpreis pro Monat, und Sie müssen sich nicht über Jahre binden, um eine verlässliche Reinigung zu bekommen.

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