
Die kurze Antwort: Was die Reinigung Ihrer Praxis im Monat kostet, lässt sich seriös erst nach einem Rundgang sagen. Sicher ist aber schon vorher, dass eine Praxis in der Reinigung fast immer mehr kostet als ein Büro mit derselben Fläche. Der Grund ist nicht ein Aufschlag für das Wort Praxis, sondern Zeit: Es wird häufiger gereinigt, vieles wird desinfizierend behandelt, alles wird dokumentiert, und das Zeitfenster nach der Sprechstunde ist knapp. Wer diese vier Faktoren kennt, kann jedes Angebot einordnen.
Warum eine Praxis mehr kostet als ein Büro gleicher Größe
Reinigungspreise sind Zeitpreise. Der Unterschied zwischen Büro und Praxis entsteht deshalb nicht beim Material, sondern bei den Minuten, die pro Raum und pro Woche anfallen. Der direkte Vergleich zeigt, wo sie herkommen:
| Faktor | Typisches Büro | Typische Praxis |
|---|---|---|
| Takt | Meist einmal bis dreimal pro Woche | In der Regel an jedem Sprechstundentag |
| Art der Behandlung | Überwiegend Reinigung | Reinigung plus Desinfektion nach Hygieneplan |
| Sanitäranteil | Personal-WC und Teeküche | Zusätzlich Patienten-WC und Waschbecken in jedem Behandlungsraum |
| Dokumentation | Selten verlangt | Abzeichnung je Raum oder Bereich |
| Zeitfenster | Meist flexibel | Nach der letzten Sprechstunde, oft eng |
Jeder dieser Punkte für sich ist überschaubar. Zusammen erklären sie, warum ein Quadratmeterpreis aus dem Büro für eine Praxis nicht taugt. Wie die Kalkulation im Büro aussieht, steht im Beitrag Was kostet Büroreinigung pro Quadratmeter?
Frequenz: der größte Hebel am Monatspreis
Der Takt bestimmt den Monatspreis stärker als jede andere Größe. Eine Praxis mit fünf Sprechstundentagen braucht in der Regel fünf Reinigungseinsätze, eine Praxis mit Samstagssprechstunde unter Umständen einen sechsten. Hinzu kommen Positionen, die in größeren Abständen mitlaufen, etwa Heizkörper, Lampen, Oberkanten von Schränken und Fensterrahmen.
Wo sich sparen lässt, ohne die Hygiene anzutasten, sind die Bereiche außerhalb der Behandlung. Verwaltungsbüro, Aktenraum oder ein selten genutzter Besprechungsraum müssen nicht im selben Takt laufen wie Behandlungsräume und Sanitär. Diese Staffelung legt der Hygieneplan fest, und sie gehört ins Angebot.
Desinfektion kostet Zeit, nicht Material
Desinfektionsmittel sind kein großer Kostenfaktor. Teuer ist die Art, wie sie richtig angewendet werden. Eine Fläche gilt erst dann als desinfiziert, wenn das Mittel so lange nass geblieben ist, wie der Hersteller es vorgibt. In dieser Zeit wird parallel an einer anderen Stelle gearbeitet, aber die Reihenfolge im Raum wird dadurch vorgegeben und lässt sich nicht beliebig abkürzen.
Dazu kommen getrennte Tücher für Sanitär, Behandlungsraum und allgemeine Flächen, frisch angesetzte Lösungen in der richtigen Dosierung und der Wechsel der Tücher zwischen den Räumen. Wer an diesen Stellen spart, spart an der Wirkung. Warum zu früh trockengewischte Flächen wirkungslos bleiben, erklärt der Beitrag Flächendesinfektion: warum die Einwirkzeit über alles entscheidet.
Dokumentation und Hygieneplan als eigene Position
In einer Praxis zählt nicht nur, dass gereinigt wurde, sondern dass es sich belegen lässt. Jede Reinigung wird deshalb auf einer Liste je Raum oder Bereich mit Datum und Kürzel abgezeichnet. Das kostet pro Einsatz wenige Minuten, über einen Monat aber eine spürbare Zeit, und es gehört ehrlicherweise in die Kalkulation.
Vor dem Start fällt einmalig ein weiterer Aufwand an: Der Hygieneplan Ihrer Praxis wird in ein Leistungsverzeichnis übertragen, Zeile für Zeile. Wie das aussieht, steht im Beitrag Was der Hygieneplan für die Reinigung vorgibt.
Zeitfenster nach der Sprechstunde verändern die Kalkulation
Gereinigt wird, wenn keine Patienten mehr da sind. Das Zeitfenster zwischen letzter Sprechstunde und Praxisbeginn am nächsten Morgen ist zwar lang, in der Praxis aber oft enger, als es aussieht: Das Team arbeitet noch nach, Geräte laufen, einzelne Räume sind erst spät frei. Je kürzer das tatsächlich nutzbare Fenster, desto mehr muss gleichzeitig passieren, und desto wichtiger wird eine Einsatzplanung, die zu Ihrem Ablauf passt.
Hinzu kommen die Fragen, die im Angebot gern fehlen: Wie wird der Schlüssel übergeben, wer schaltet die Alarmanlage, und was passiert bei Krankheit oder Urlaub der Reinigungskraft? In einer Praxis ist ein ausgefallener Reinigungstag mehr als ein Schönheitsfehler, er steht später als Lücke in der Dokumentation. Deshalb arbeiten wir mit festen Teams und benennen von Anfang an eine eingewiesene Vertretung.
Raumprogramm: welche Bereiche den Aufwand treiben
Zwei Praxen mit derselben Fläche können sich im Aufwand stark unterscheiden, je nachdem, wie sich die Räume verteilen. Diese Bereiche wiegen in der Kalkulation am schwersten, in absteigender Reihenfolge:
- Behandlungsräume mit Waschbecken, Liege, Ablagen und vielen Kontaktflächen.
- Sanitärbereiche für Patienten und Personal, die in Praxen stark genutzt werden.
- Wartezimmer und Empfang mit Sitzflächen, Tresen, Spielecke und Eingangsboden. Was dort im Einzelnen anfällt, steht im Beitrag Wartezimmer sauber halten: was Patienten sofort sehen.
- Labor und Aufbereitung, wo die Reinigung Böden und allgemeine Flächen übernimmt, die Aufbereitungszone selbst aber beim Praxisteam bleibt.
- Personalküche und Umkleide, die ähnlich wie im Büro laufen.
- Verwaltung und Flure, die den ruhigsten Takt vertragen.
Woran Sie ein unrealistisch günstiges Praxisangebot erkennen
Reinigung besteht zum größten Teil aus Lohn. Wer deutlich unter dem Rest der Angebote liegt, spart deshalb an den Minuten im Objekt. In einer Praxis fällt das nicht nur optisch auf, sondern im Zweifel bei einer Begehung. Vier Warnsignale sehen Sie schon im Dokument:
- Kein Leistungsverzeichnis mit Räumen und Flächen, nur eine Summe.
- Kein Wort zu Desinfektionsmitteln, Dosierung oder Einwirkzeit.
- Keine Aussage zur Dokumentation und zur Abzeichnung je Raum.
- Keine Regelung für Vertretung bei Krankheit und Urlaub.
Ein solches Angebot ist nicht günstig, sondern unvollständig. Die fehlenden Positionen tauchen später auf, entweder als Nachtrag oder als Lücke in der Hygiene.
Der Weg zu einem belastbaren Festpreis für Ihre Praxis
Legen Sie Ihren Hygieneplan bereit, dann gehen wir gemeinsam durch die Praxis, klären Takt, Zeitfenster und Zuständigkeiten und übertragen alles in ein Leistungsverzeichnis. Sie bekommen danach einen Festpreis pro Monat, ein festes Team mit Vertretung bei Ausfall und eine Vereinbarung, die monatlich kündbar ist. Die Besichtigung ist kostenlos und unverbindlich, werktags antworten wir innerhalb von 24 Stunden. Mehr zum Leistungsumfang finden Sie auf unserer Seite zur Praxisreinigung in Hamburg.
Häufige Fragen
Wird eine Praxis pro Quadratmeter oder pauschal abgerechnet?
Beides kommt vor. Der Quadratmeterpreis bildet in Praxen aber schlecht ab, wie viel Arbeit tatsächlich anfällt, weil ein Behandlungsraum pro Fläche deutlich mehr Zeit braucht als ein Flur. Wir rechnen deshalb mit einem Festpreis pro Monat, der auf Ihrem Raumprogramm und dem vereinbarten Takt beruht.
Wer stellt die Reinigungsmittel und Desinfektionsmittel?
Das wird im Angebot geregelt, beide Varianten sind üblich. Wichtig ist nur, dass die Mittel zum Hygieneplan Ihrer Praxis passen und im Leistungsverzeichnis steht, wer sie beschafft. Sonst entsteht genau an dieser Stelle die erste Lücke, wenn ein Kanister leer ist.
Wird die Reinigung teurer, wenn wir samstags Sprechstunde haben?
Jeder zusätzliche Sprechstundentag kann einen zusätzlichen Reinigungseinsatz bedeuten, und jeder Einsatz kostet Zeit. Ob der Samstag einen eigenen Einsatz braucht oder am Montag vor Praxisbeginn mit abgedeckt werden kann, hängt von Ihrem Hygieneplan und der Nutzung ab. Das klären wir bei der Besichtigung.
Gehört die Aufbereitung von Instrumenten zur Praxisreinigung?
Nein. Instrumentenaufbereitung, Sterilgut und die Behandlungseinheit direkt nach dem Patientenkontakt bleiben beim Praxisteam. Die Reinigung übernimmt die Flächen, die der Hygieneplan ihr zuordnet, also Böden, Waschbecken, Kontaktflächen, Möbel, Sanitär und die allgemeinen Bereiche.
Wie lange bin ich an den vereinbarten Preis gebunden?
Unsere Vereinbarungen sind monatlich kündbar. Wir halten den Festpreis für die vereinbarte Leistung, und Sie müssen sich nicht für Jahre binden, falls es doch nicht passt.
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