Zahnarztpraxis reinigen: was hier anders läuft

Behandlungszimmer mit Sprühnebel, Röntgenraum, Aufbereitung und Technikbereiche: Eine Zahnarztpraxis hat mehr Sonderzonen als andere Praxen. Wo die Reinigung zuständig ist und wo die Grenze zum Praxisteam verläuft.

Stefan Wizke, Inhaber von Prestige Clean

Stefan Wizke
Inhaber von Prestige Clean

Praxis8 min Lesezeit
Moderner Behandlungsraum einer Zahnarztpraxis mit grauem Zahnarztstuhl, Behandlungsleuchte, Hocker und weißen Schränken

Die kurze Antwort: Eine Zahnarztpraxis wird nach denselben Grundregeln gereinigt wie jede Praxis, also nach Hygieneplan, mit getrennten Tüchern und dokumentiert. Anders ist, dass es hier mehr Sonderzonen gibt. Im Behandlungszimmer setzt sich Sprühnebel auf allen Flächen rund um den Stuhl ab, der Röntgenraum hat eigene Regeln, und die Instrumentenaufbereitung ist ein Bereich, in dem die Reinigung nur Randflächen übernimmt. Wer diese Grenzen vorher schriftlich festlegt, bekommt eine Reinigung ohne Lücken.

Was eine Zahnarztpraxis von anderen Praxen unterscheidet

In einer Hausarztpraxis sitzt der Patient auf einer Liege, gesprochen wird über den Schreibtisch hinweg. In einer Zahnarztpraxis wird im offenen Mund gearbeitet, mit wassergekühlten Instrumenten, Absaugung und Luftbläser. Dabei entsteht Sprühnebel, der sich im Umkreis der Behandlungseinheit auf Ablagen, Schränken, Leuchten und dem Boden niederschlägt.

Hinzu kommen Räume, die es in vielen anderen Praxen so nicht gibt: ein Röntgenraum oder eine Röntgennische, ein Aufbereitungsraum für Instrumente, oft ein Technikraum mit Kompressor und Absauganlage und manchmal ein kleines Eigenlabor. Jeder dieser Räume braucht eine eigene Zeile im Leistungsverzeichnis. Welche Grundlogik der Hygieneplan dafür vorgibt, beschreibt der Beitrag Was der Hygieneplan für die Reinigung vorgibt.

Behandlungszimmer: der Bereich rund um den Stuhl

Die Behandlungseinheit selbst mit Stuhl, Speibecken, Instrumententräger, Schläuchen und Bedienelementen bereitet das Praxisteam zwischen den Patienten auf. Dafür gelten die Vorgaben des Herstellers, und an wasserführenden Teilen hat eine externe Reinigung nichts verloren. Das ist keine Frage des Vertrauens, sondern der Zuständigkeit.

Die Umgebung der Einheit ist dagegen genau das, was die abendliche Reinigung leisten muss. Dazu gehören der Boden unter und neben dem Stuhl, die Fronten und Oberseiten der Schränke, Arbeitsflächen außerhalb der Behandlungszone, das Handwaschbecken, Spender, Türgriffe, Lichtschalter und der Schreibtisch mit Tastatur und Maus, soweit der Hygieneplan sie der Reinigung zuordnet. Weil sich Sprühnebel nicht an Raumgrenzen hält, werden diese Flächen in einer Zahnarztpraxis gründlicher behandelt als im Sprechzimmer einer allgemeinmedizinischen Praxis.

Wer was übernimmt: die Aufteilung je Raum

Die folgende Übersicht zeigt, wie die Zuständigkeiten in vielen Zahnarztpraxen verteilt sind. Verbindlich ist immer Ihr eigener Hygieneplan.

BereichReinigung übernimmtBleibt beim Praxisteam
BehandlungszimmerBoden, Schränke, Arbeitsflächen außerhalb der Behandlungszone, Waschbecken, KontaktflächenBehandlungseinheit, Speibecken, Instrumententräger, Absaugung
RöntgenraumBoden, Türen, Griffe, allgemeine FlächenRöntgengerät, Sensoren, Bissblöcke, Schutzkleidung
AufbereitungBoden, Türen, Waschbecken nach FreigabeInstrumente, Thermodesinfektor, Sterilisator, Sterilgut
TechnikraumBoden, soweit zugänglichKompressor, Absauganlage, Abscheider
Empfang und WartezimmerAlle Flächen, Tresen, Sitzplätze, BodenUnterlagen und Geräte am Arbeitsplatz
Sanitär und PersonalbereichVollständigNachfüllen nur, wenn so vereinbart

Die heikelsten Stellen sind die Übergänge. Wer wischt die Arbeitsfläche neben dem Instrumententräger, wenn dort am Abend noch Tabletts stehen? Wer füllt Seife, Desinfektionsmittel und Papierhandtücher im Behandlungszimmer nach? Und was passiert, wenn eine Einheit ausnahmsweise nicht aufbereitet ist, weil der letzte Termin länger gedauert hat? Diese Fragen klingen klein, sind aber genau die Stellen, an denen später eine Lücke in der Dokumentation steht. Wir klären sie deshalb vor dem Start und schreiben die Antwort in das Leistungsverzeichnis, statt sie dem Zufall am Abend zu überlassen.

Röntgenraum: Einweisung vor dem ersten Einsatz

Der Röntgenraum wird nur außerhalb des Betriebs und bei ausgeschalteter Anlage gereinigt. Die Reinigungskraft wird vorher eingewiesen: welche Geräte nicht berührt werden, wo Sensoren und Zubehör liegen und welche Schränke tabu sind. Gereinigt werden Boden, Türen, Griffe, Lichtschalter und die freien Flächen.

Bei digitalen Röntgensystemen stehen oft Rechner und Bildschirme im Raum. Für sie gilt dieselbe Regel wie für jede Elektronik: nie direkt einsprühen, nur mit einem leicht angefeuchteten Tuch und mit einem Mittel, das der Hersteller freigibt.

Instrumentenaufbereitung bleibt beim Fachpersonal

Die Aufbereitung von Instrumenten und Medizinprodukten ist Aufgabe von sachkundigem Praxispersonal. Eine Reinigungsfirma übernimmt hier weder Instrumente noch Geräte noch Sterilgut, und sie sollte das auch nicht anbieten. Diese Grenze schützt Ihre Praxis, weil die Verantwortung dort bleibt, wo die Qualifikation liegt.

Der Raum selbst braucht trotzdem Reinigung. Boden, Türen und gegebenenfalls das Waschbecken können übernommen werden, wenn der Hygieneplan das vorsieht. Gearbeitet wird dabei immer vom reinen zum unreinen Bereich, mit eigenem Tuch und ohne Ablagen mit Sterilgut zu berühren.

Ablauf einer abendlichen Reinigung in der Zahnarztpraxis

Damit keine Zone doppelt oder gar nicht gemacht wird, folgt die Reinigung einer festen Reihenfolge. So sieht ein bewährter Ablauf aus:

  1. Übergabe prüfen. Einheiten sind aufbereitet, Geräte und Röntgenanlage ausgeschaltet, Sterilgut ist verräumt.
  2. Verwaltung und Empfang. Die Bereiche mit der geringsten Belastung zuerst, mit eigenem Tuch.
  3. Wartezimmer. Sitzflächen, Tische, Tresen und Kontaktflächen, zuletzt der Boden.
  4. Behandlungszimmer und Röntgenraum. Flächen rund um die Einheit von oben nach unten, Tuchwechsel je Raum.
  5. Aufbereitungsraum. Nur die freigegebenen Flächen, vom reinen zum unreinen Bereich.
  6. Sanitär. Immer zum Schluss und mit eigenen Tüchern.
  7. Dokumentation. Abzeichnung je Raum mit Datum und Kürzel.

Kontaktflächen wie Türgriffe und Lichtschalter laufen in jedem Raum mit. Welche Stellen das konkret sind, zeigt der Beitrag Kontaktflächen richtig reinigen: die unterschätzte Liste.

Sonderzonen im Angebot: was sie für Takt und Preis bedeuten

Mehr Sonderzonen bedeuten mehr Zeit pro Einsatz, und Zeit bestimmt in der Reinigung den Preis. Hinzu kommen Einweisung, getrennte Tücher je Zone und die Dokumentation. Ein seriöses Angebot für eine Zahnarztpraxis nennt deshalb jeden Raum mit Takt und Zuständigkeit, statt nur eine Fläche in Quadratmetern. Wie sich der Monatspreis einer Praxis zusammensetzt, steht im Beitrag Was kostet die Praxisreinigung im Monat?

Wir gehen dafür gemeinsam mit Ihnen durch die Praxis, übertragen den Hygieneplan in ein Leistungsverzeichnis und halten die Grenze zum Praxisteam Raum für Raum schriftlich fest. Sie bekommen einen Festpreis pro Monat, ein festes, eingewiesenes Team mit Vertretung bei Ausfall und eine Vereinbarung, die monatlich kündbar ist. Die Besichtigung ist kostenlos und unverbindlich, werktags antworten wir innerhalb von 24 Stunden. Mehr zum Leistungsumfang finden Sie auf unserer Seite zur Praxisreinigung in Hamburg.

Häufige Fragen

Reinigt die Reinigungsfirma auch den Zahnarztstuhl?

Die Behandlungseinheit mit Stuhl, Speibecken, Instrumentenablage und wasserführenden Teilen wird zwischen den Patienten vom Praxisteam aufbereitet, weil hier Herstellervorgaben und Medizinprodukterecht greifen. Die Reinigung übernimmt in der Regel den Boden rund um die Einheit, Schränke, Arbeitsflächen außerhalb der Behandlungszone, Waschbecken und Türen. Die genaue Grenze legt Ihr Hygieneplan fest.

Darf eine Reinigungskraft den Röntgenraum betreten?

Ja, außerhalb des Betriebs und nach Einweisung. Gereinigt werden Boden, Türen, Griffe und allgemeine Flächen. Das Röntgengerät selbst, Sensoren, Bissblöcke und Schutzkleidung bleiben beim Praxisteam. Die Anlage muss während der Reinigung ausgeschaltet sein.

Wer reinigt den Aufbereitungsraum?

Die Instrumentenaufbereitung und alle Geräte darin bleiben beim sachkundigen Praxispersonal. Die Reinigung kann Boden, Wände in Griffhöhe, Türen und Waschbecken übernehmen, wenn der Hygieneplan das vorsieht, und arbeitet dabei immer vom reinen zum unreinen Bereich.

Wann wird eine Zahnarztpraxis gereinigt?

Nach der letzten Behandlung und bevor am nächsten Morgen der erste Patient kommt. Wichtig ist, dass die Einheiten dann bereits vom Team aufbereitet und die Geräte ausgeschaltet sind. Das Zeitfenster stimmen wir bei der Besichtigung auf Ihren Ablauf ab.

Welche Unterlagen sollten wir für die Besichtigung bereitlegen?

Am hilfreichsten sind der Hygieneplan, ein Grundriss oder eine Raumliste und die Angabe, an welchen Tagen behandelt wird. Daraus lässt sich festlegen, welche Flächen wir übernehmen, in welchem Takt und wie dokumentiert wird.

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