Wie oft sollten Fenster im Objekt gereinigt werden?

Einen Takt, der für jedes Haus passt, gibt es bei Fenstern nicht. Lage, Ausrichtung und Nutzung entscheiden, ob zweimal im Jahr reicht oder ob das Glas deutlich öfter dran ist. Dazu: warum innen und außen verschiedene Rhythmen haben und was mit Rahmen und Falzen passiert.

Stefan Wizke, Inhaber von Prestige Clean

Stefan Wizke
Inhaber von Prestige Clean

Reinigung im Alltag7 min Lesezeit
Mann im blauen T-Shirt kniet an einer bodentiefen Glasscheibe und zieht sie mit einem Abzieher ab, in der Hand einen Einwascher

Die kurze Antwort: Für viele Wohnhäuser in ruhiger Lage reichen zwei Fensterreinigungen im Jahr, meist im Frühjahr und im Herbst. Liegt das Objekt an einer stark befahrenen Straße, unter großen Bäumen oder hat es Schaufenster und gläserne Eingänge, ist das Glas deutlich öfter dran, im Eingangsbereich teilweise im Wochenrhythmus. Den richtigen Takt legt also nicht der Kalender fest, sondern das Haus selbst. Wie Sie ihn für Ihr Objekt bestimmen, zeigen wir hier.

Welcher Turnus zu welchem Objekt passt

Die folgende Übersicht ist eine Orientierung aus der Praxis, keine Norm. Sie hilft, ein Angebot einzuordnen, ersetzt aber nicht den Blick auf das konkrete Gebäude.

FlächeTypischer RhythmusWas ihn verkürzt
Fenster im Wohnhaus, Außenseitezwei bis drei Mal im JahrStraßenlage, Bäume, Baustelle nebenan
Treppenhausfensterzwei bis vier Mal im JahrSüdseite, Raucher im Haus, viel Laufverkehr
Bürofenstervierteljährlich bis halbjährlichKundenverkehr, Großraumbüro, Glastrennwände
Eingangstür und Windfangbei jeder UnterhaltsreinigungFingerabdrücke, Hunde, Kinderwagen
Schaufenster und Praxiseingangwöchentlich bis monatlichLaufkundschaft, Straßenstaub, Werbewirkung

Warum Lage und Ausrichtung den Takt bestimmen

Glas wird nicht gleichmäßig schmutzig. An einer Hauptverkehrsstraße legt sich ein grauer, fettiger Film aus Reifenabrieb und Abgasen auf die Scheibe, der nach jedem Regen mit Wasserflecken durchzogen ist. Neben einer Bahntrasse oder einer Baustelle kommt feiner Staub dazu. Unter Linden und Kastanien kleben im Frühsommer Blütenstaub und Pflanzensaft am Glas, im Herbst Laub in den Falzen.

Auch die Himmelsrichtung spielt mit. Auf der Wetterseite schlägt der Regen Schmutz an die Scheibe, auf der Südseite brennt die Sonne Wasserflecken und Schlieren regelrecht ein und macht sie sichtbarer. In Wassernähe, etwa an Elbe, Alster oder den Kanälen, lagern sich durch Feuchtigkeit und Wind häufig mehr Ablagerungen ab als in einer geschützten Hinterhoflage.

Dazu kommt die Jahreszeit. Im Frühjahr legt sich Blütenstaub als gelblicher Schleier auf das Glas, im Herbst kleben Laub und Samen in den Rahmen, im Winter hinterlassen Streusalz und Spritzwasser weiße Ränder an Eingangstüren im Erdgeschoss. Deshalb ist ein fester Rhythmus nur die Grundlage. Sinnvoll ist, die großen Termine so zu legen, dass sie nach der Pollenzeit und nach dem Laubfall liegen, nicht mittendrin.

Innenseite und Außenseite: zwei verschiedene Rhythmen

Viele Angebote setzen für alle Fenster einen einzigen Termin an. Das ist bequem, passt aber selten zur Wirklichkeit. Außen verschmutzt das Glas durch Umwelt und Wetter, innen durch Menschen: Fingerabdrücke an Türen und Trennwänden, Nasenabdrücke von Kindern und Hunden, Heizungsluft, die Staub an die Scheibe trägt, und in Teeküchen ein feiner Fettfilm.

In einem Bürohaus kann es deshalb sinnvoll sein, die Glastrennwände und die Innenseite der Eingangstür bei jeder Unterhaltsreinigung mitzunehmen, die Außenfassade aber nur zwei oder drei Mal im Jahr. Im Wohnhaus ist es oft umgekehrt: Die Treppenhausfenster werden innen kaum berührt, außen setzt ihnen dafür die Straße zu.

Rahmen, Falze und Fensterbänke nicht vergessen

Eine saubere Scheibe in einem verschmutzten Rahmen hält nicht lange. Beim nächsten Regen läuft das Wasser über den Rahmen, nimmt den Schmutz mit und zieht Streifen über das frisch gereinigte Glas. Deshalb gehören zu einer vollständigen Fensterreinigung:

  1. Rahmen innen und außen feucht abwischen, bei Kunststoff mit mildem Reiniger, bei Holz schonend und ohne stehendes Wasser.
  2. Falze und Dichtungen ausputzen, damit sich dort kein Laub, Staub und keine Insektenreste sammeln, die später Feuchtigkeit halten.
  3. Glas einwaschen und abziehen, von oben nach unten, mit sauberem Wasser und einem Abzieher, der keine Kanten hinterlässt.
  4. Fensterbänke innen und außen nachwischen, zum Schluss, weil dort das Wasser vom Abziehen landet.

Fragen Sie im Angebot nach, ob Rahmen und Fensterbänke dabei sind. Steht nur Fensterreinigung ohne weitere Angabe, ist häufig nur das Glas gemeint.

Genauso wichtig ist die Frage, wie die Außenseiten erreicht werden. Fenster, die sich nach innen öffnen lassen, sind unkompliziert. Festverglasungen, Oberlichter im Treppenhaus und Scheiben über dem Eingangsvordach brauchen dagegen Teleskopstange, Leiter oder im Einzelfall Hubtechnik. Das klären wir beim Rundgang, damit am Reinigungstag niemand vor einer Scheibe steht, an die er nicht herankommt.

Woran Sie merken, dass der Turnus zu lang ist

Ein zu seltener Rhythmus fällt selten sofort auf, weil sich das Auge an graues Glas gewöhnt. Deutliche Zeichen sind:

  • Bei tief stehender Sonne sieht man Streifen und Wasserflecken, obwohl gerade erst gereinigt wurde.
  • In den Ecken der Scheibe bleibt ein dunkler Rand, den der Abzieher nicht mehr löst.
  • Die Fensterbank außen ist nach wenigen Tagen wieder voller Laub und Staub aus dem Rahmen.
  • Besucher oder Mieter sprechen die Fenster im Eingang an.

Hat sich der Film einmal festgesetzt, reicht die normale Reinigung nicht mehr, dann ist zunächst eine gründlichere Reinigung nötig. Den Unterschied erklären wir im Beitrag Grundreinigung oder Unterhaltsreinigung.

Fensterreinigung im laufenden Reinigungsvertrag

Am einfachsten ist es, wenn die Fenster nicht als Extra-Termin organisiert werden müssen, sondern im bestehenden Turnus mitlaufen. Bei der Treppenhausreinigung und der Büroreinigung nehmen wir Eingangstüren und Glasflächen im Erdgeschoss regelmäßig mit, die übrigen Fenster in einem eigenen, größeren Rhythmus. Welcher Abstand für das Treppenhaus insgesamt passt, steht im Beitrag Wie oft muss ein Treppenhaus gereinigt werden?

Wer im Mietverhältnis für welche Fenster zuständig ist, regeln Mietvertrag und Hausordnung. Das ist eine Einordnung aus der Praxis und keine Rechtsberatung. In der Regel betrifft die beauftragte Reinigung die Gemeinschaftsflächen, also Treppenhaus, Eingang und Keller.

So finden wir den passenden Rhythmus für Ihr Objekt

Beim kostenlosen Rundgang schauen wir uns an, wo das Glas liegt, wie viel Verkehr davor ist und welche Flächen täglich angefasst werden. Danach bekommen Sie ein Leistungsverzeichnis, in dem je Fläche steht, wie oft gereinigt wird, und einen Festpreis pro Monat. Mehr zur Leistung finden Sie auf der Seite Glas und Fensterreinigung in Hamburg. Die Vereinbarung ist monatlich kündbar, und auf Ihre Anfrage antworten wir werktags binnen 24 Stunden.

Häufige Fragen

Reicht es, Fenster zweimal im Jahr zu reinigen?

Für viele Wohnhäuser in ruhiger Lage ja, etwa einmal nach dem Winter und einmal im Herbst. An einer Hauptverkehrsstraße, unter großen Bäumen oder bei Schaufenstern und Eingangstüren reicht das meist nicht. Dort sieht man den Schmutzfilm schon nach wenigen Wochen.

Warum werden Innenseiten und Außenseiten unterschiedlich oft gereinigt?

Weil sie aus verschiedenen Gründen schmutzig werden. Außen sind es Feinstaub, Pollen, Regenspritzer und Vogelkot, innen Fingerabdrücke, Heizungsluft und Küchendunst. Eine gläserne Eingangstür ist innen oft öfter dran als außen, ein Fenster zur Straße meist umgekehrt.

Gehören Rahmen und Fensterbänke zur Fensterreinigung?

Das sollte ausdrücklich im Angebot stehen. Bei uns werden Rahmen und Fensterbänke innen und außen mitgereinigt, sonst läuft beim nächsten Regen der Schmutz aus dem Rahmen wieder über das saubere Glas. Falze und Beschläge sehen wir uns beim Rundgang an.

Lohnt sich Fensterreinigung im Winter?

Bei Frost wird Glas nicht nass gereinigt, weil das Wasser auf der Scheibe gefriert. An frostfreien Tagen spricht nichts dagegen. Viele Objekte legen die große Außenreinigung trotzdem in Frühjahr und Herbst, weil dann der Streusalz- und Pollenfilm am stärksten ist.

Kann die Fensterreinigung im laufenden Reinigungsvertrag mitlaufen?

Ja. Treppenhausfenster, Eingangstüren und Glastrennwände laufen bei uns im Turnus mit, in einem eigenen, größeren Rhythmus als die wöchentliche Reinigung. Wer nur einmal Glas reinigen lassen möchte, kann das auch als Einzelauftrag vereinbaren.

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