
Für die meisten Mehrfamilienhäuser in Hamburg lautet die Antwort: einmal pro Woche, an einem festen Wochentag. Das ist der Takt, mit dem der überwiegende Teil des Wohnbestands gut fährt. Ob er auch für Ihr Haus stimmt, hängt an vier Dingen, die sich in zehn Minuten durchgehen lassen.
Die vier Faktoren, die den Takt bestimmen
Es geht nicht um die Quadratmeterzahl, sondern darum, wie viel Schmutz pro Woche hereingetragen wird und wie sichtbar er bleibt.
- Parteienzahl. Jede Wohnung bedeutet Wege durchs Treppenhaus. Ab etwa zehn Parteien wird 14-tägig in der Regel zu wenig.
- Laufverkehr. Kinderwagen, Hunde, Handwerker, Lieferdienste und vor allem eine Gewerbeeinheit im Erdgeschoss verändern den Bedarf stärker als die Wohnungszahl.
- Bodenbelag. Heller Terrazzo und Naturstein zeigen jeden Abdruck, dunkles Linoleum verzeiht mehrere Tage.
- Lage des Eingangs. Ein Haus direkt an einer Hauptstraße bekommt deutlich mehr Feinstaub und Streugut ab als eines im ruhigen Hinterhof.
Welcher Turnus zu welchem Haus passt
| Turnus | Typisch für | Wird zu wenig, wenn |
|---|---|---|
| Täglich | Große Objekte, gemischte Wohn und Gewerbenutzung, Publikumsverkehr | nur selten, meist ist er hier ohnehin gesetzt |
| Zwei bis dreimal pro Woche | Häuser ab etwa 20 Parteien, Eingänge an Hauptstraßen | im Winter und bei Bautätigkeit im Haus |
| Wöchentlich | Der Regelfall im Hamburger Wohnbestand | bei starkem Laufverkehr oder hellem Naturstein |
| 14-tägig | Kleine, ruhige Häuser mit wenigen Parteien | sobald eine Gewerbeeinheit oder viele Kinder dazukommen |
Nicht alles gehört in denselben Rhythmus
Ein verbreiteter Denkfehler ist, den ganzen Leistungsumfang an einen Takt zu hängen. In einer sauber aufgebauten Vereinbarung hat jede Position ihre eigene Frequenz:
- Bei jedem Turnus: Stufen und Podeste kehren und feucht wischen, Handläufe, Briefkastenanlage, Eingangsbereich, Fußmatten, Lichtschalter und Türgriffe.
- Monatlich bis quartalsweise: Kellerflure, Zugang zum Dachboden, Sockelleisten, Geländerstreben.
- Zwei bis viermal im Jahr: Fenster im Treppenhaus, Eingangstür, Heizkörper.
Wie das im Leistungsverzeichnis aussieht und was es für den Preis bedeutet, steht im Beitrag Was kostet die Treppenhausreinigung im Monat?
Was sich im Jahresverlauf ändert
Der Bedarf ist nicht das ganze Jahr gleich, und ein starrer Takt ignoriert das.
- Herbst: Laub im Eingang und Nässe auf den ersten Stufen. Die Schmutzfangzone ist jetzt entscheidend.
- Winter: Streugut wird wochenlang ins Haus getragen. Salzränder auf Naturstein sollten nicht antrocknen.
- Frühjahr: Pollen und Blütenstaub, dazu die klassische Zeit für die jährliche Grundreinigung.
- Sommer: ruhigste Phase, hier lässt sich ein Turnus am ehesten ausdünnen.
Woran Sie einen falschen Takt erkennen
Beides ist unangenehm, aber unterschiedlich teuer. Ein zu enger Turnus kostet Geld, ohne dass es jemand sieht. Ein zu weiter Turnus kostet Ruhe und später eine vorgezogene Grundreinigung, weil sich Schmutz in Fugen und offenporigen Belägen festsetzt.
Die Faustregel aus der Praxis: Wenn in den zwei Tagen vor dem nächsten Termin regelmäßig Beschwerden eingehen, ist der Abstand zu groß. Wenn die Reinigungskraft mehrfach hintereinander nichts Nennenswertes vorfindet, ist er zu klein. Beides lässt sich nach vier bis sechs Wochen ehrlich beurteilen.
Der günstigste Hebel liegt vor der Tür
Bevor Sie den Takt erhöhen, lohnt ein Blick auf die Schmutzfangzone. Eine ausreichend lange Mattenzone im Eingang fängt einen erheblichen Teil des Schmutzes ab, der sonst über alle Etagen verteilt wird. Viele Häuser haben eine Matte, die schlicht zu kurz ist: Wer zwei Schritte darauf machen kann statt vier, trägt den Rest weiter.
Turnus gemeinsam festlegen
Wir sagen Ihnen bei der Besichtigung offen, welcher Takt aus unserer Sicht reicht, auch wenn das der kleinere Auftrag ist. Danach bekommen Sie ein Leistungsverzeichnis mit Frequenz je Position und einen Festpreis pro Monat. Was wir im Treppenhaus übernehmen, steht auf der Seite zur Treppenhausreinigung in Hamburg.
Häufige Fragen
Gibt es eine gesetzliche Vorgabe für den Reinigungsturnus?
Nein, eine feste Frequenz schreibt kein Gesetz vor. Geregelt wird der Turnus über Mietvertrag, Hausordnung oder den Beschluss der Eigentümergemeinschaft. Vermieter und Verwaltung müssen das Haus allerdings in einem verkehrssicheren und ordentlichen Zustand halten, und daraus ergibt sich in der Praxis ein Mindestmaß.
Reicht eine Reinigung alle zwei Wochen in einem Sechsparteienhaus?
Häufig ja, wenn der Eingang ruhig liegt, es keine Gewerbeeinheit gibt und eine ordentliche Schmutzfangzone vorhanden ist. Liegt das Haus an einer Hauptstraße oder wohnen Familien mit Kinderwagen und Hunden im Haus, wird es zwischen zwei Terminen sichtbar unangenehm.
Muss im Winter häufiger gereinigt werden?
In der Regel ja. Streugut und Nässe werden über Wochen ins Haus getragen, und Salzränder auf Naturstein sollten nicht stehen bleiben. Viele Objekte fahren deshalb von November bis März einen engeren Takt und im Sommer wieder den normalen.
Was gehört nicht in den wöchentlichen Turnus?
Fenster im Treppenhaus, Heizkörper, Sockelleisten, Geländerstreben und Kellerflure laufen sinnvollerweise in größeren Abständen mit. Das gehört in dieselbe Vereinbarung, nur mit eigener Frequenz, damit später klar ist, was wann fällig ist.
Wie merke ich, dass der Turnus nicht passt?
Zwei Anzeichen genügen. Wenn kurz vor dem nächsten Termin regelmäßig Beschwerden kommen, ist der Takt zu weit. Wenn die Reinigungskraft nichts Nennenswertes vorfindet, ist er zu eng. Beides lässt sich nach ein paar Wochen ehrlich beurteilen und anpassen.
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