Sanitärreinigung im Büro: Reihenfolge und Fehlerquellen

Im Büro-WC entscheidet die Reihenfolge darüber, ob sauber gemacht oder nur Schmutz verteilt wird. Warum von rein nach unrein gearbeitet wird, wozu farbige Tücher da sind, woher Geruch wirklich kommt und warum das Nachfüllen dazugehört.

Stefan Wizke, Inhaber von Prestige Clean

Stefan Wizke
Inhaber von Prestige Clean

Büro7 min Lesezeit
Hände in blauen Einmalhandschuhen wischen mit einem Tuch den Rand eines weißen Waschbeckens mit Chromarmatur

Gute Sanitärreinigung im Büro folgt einer festen Reihenfolge: von oben nach unten und von rein nach unrein. Erst Spiegel, Ablagen und Waschbecken, dann Griffe und Schalter, danach WC und Urinal und ganz zum Schluss der Boden. Dazu kommen getrennte, farbig markierte Tücher, der Blick auf die Stellen, an denen Geruch wirklich entsteht, und das Nachfüllen von Seife und Papier. Wer eines davon weglässt, verteilt Schmutz, statt ihn zu entfernen.

Warum der Sanitärbereich über den Eindruck des ganzen Büros entscheidet

Ein Schreibtisch mit etwas Staub fällt kaum jemandem auf. Ein WC mit Wasserrand am Waschbecken, leerem Seifenspender und einem leichten Geruch fällt allen auf, auch Gästen und Bewerberinnen. Der Sanitärbereich ist deshalb der Raum, an dem die meisten Menschen die Qualität der gesamten Reinigung messen.

Dazu kommt die Hygiene. Hier treffen Feuchtigkeit, Wärme und viele Hände aufeinander. Keime werden vor allem über Kontaktflächen weitergegeben, also über Türgriffe, Spültasten, Armaturen und Lichtschalter. Mehr dazu steht im Beitrag Kontaktflächen richtig reinigen.

Die richtige Reihenfolge von rein nach unrein

Die Reihenfolge ist keine Pedanterie. Sie verhindert, dass Keime aus dem WC mit Tuch oder Handschuh auf das Waschbecken wandern, an dem sich alle anschließend die Hände waschen. In der Praxis bewährt sich dieser Ablauf:

  1. Vorbereiten. Abfall entsorgen, Verbrauchsmaterial prüfen, WC-Reiniger in Schüssel und Urinal geben, damit er einwirken kann.
  2. Spiegel und Ablagen. Von oben beginnen, damit nichts auf bereits gereinigte Flächen tropft.
  3. Waschbecken und Armaturen. Inklusive Überlauf, Abfluss und Seifenspender, an dem sich oft Rückstände sammeln.
  4. Kontaktflächen. Türgriffe innen und außen, Lichtschalter, Papierspender, Riegel der Kabinen.
  5. WC und Urinal. Außen, Sitz, Deckel, Spültaste, dann innen mit der Bürste, zuletzt der Fuß der Keramik.
  6. Nachfüllen. Papier, Seife und Handtücher, bevor der Boden nass ist.
  7. Boden. Zum Schluss und von der hintersten Ecke zur Tür, damit niemand über die frisch gewischte Fläche läuft.

Der erste Schritt wird oft unterschätzt. Wer den WC-Reiniger zu Beginn aufträgt, gibt ihm die Zeit, die er zum Wirken braucht, während die übrigen Flächen gereinigt werden. Wer ihn erst am Ende aufträgt und sofort nachbürstet, bezahlt für ein Mittel, das kaum arbeiten konnte. Dieselbe Logik gilt für Handschuhe: Nach dem WC werden sie gewechselt oder gereinigt, bevor noch einmal ein Waschbecken oder eine Türklinke berührt wird.

Wozu farbige Tücher und Eimer da sind

Die einfachste Sicherung gegen Verschleppung ist eine Farbe pro Bereich. Wer ein rotes Tuch in der Hand hat, weiß ohne Nachdenken, dass es nur für WC und Urinal bestimmt ist. Das funktioniert auch dann, wenn eine Vertretung im Objekt ist, die das Haus noch nicht kennt.

FarbeBereichTypische Flächen
RotWC und UrinalKeramik, Sitz, Spültaste, Fliesen direkt am WC
Gelbübriger SanitärbereichWaschbecken, Armaturen, Spiegel, Wandfliesen
BlauBüro und VerkehrsflächenSchreibtische, Schränke, Türen, Fensterbänke
GrünKüche und LebensmittelArbeitsflächen, Tische der Teeküche, Kühlschrankgriffe

Die Zuordnung ist nicht gesetzlich festgelegt und kann je Objekt abweichen. Entscheidend ist, dass ein System gilt und dass Tücher nach dem Einsatz gewaschen werden, statt sie ausgespült am nächsten Tag weiterzuverwenden.

Urinstein und Kalk: das richtige Mittel zur richtigen Zeit

Urinstein entsteht, wenn sich Mineralien aus dem Urin an der Keramik absetzen. Er ist rau, hält Bakterien fest und riecht. Mit neutralem Allzweckreiniger lässt er sich nicht lösen, dafür braucht es einen sauren Sanitärreiniger und etwas Geduld beim Einwirken.

Zwei Regeln sind dabei nicht verhandelbar. Saure Mittel greifen kalkhaltigen Naturstein wie Marmor an, auf solchen Waschtischen haben sie nichts verloren. Und saure Reiniger dürfen nie mit chlorhaltigen Produkten zusammenkommen, weil dabei giftige Gase entstehen. Deshalb gehört in jedes Objekt eine klare Liste, welches Mittel wo verwendet wird. Ist der Belag schon dick, ist eine einmalige Grundreinigung sinnvoller, als ihn in der laufenden Reinigung wochenlang anzukratzen.

Wo Geruch wirklich entsteht

Wenn es trotz täglicher Reinigung riecht, liegt es fast nie an der Schüssel. Die üblichen Quellen sind andere:

  • Fugen am Boden rund um das WC. Hier landen Spritzer, die in porösen Fugen einziehen.
  • Unter und hinter dem Urinal. Die Wand darunter und der Boden davor werden beim schnellen Wischen gern ausgelassen.
  • Trockene Bodenabläufe. Wird ein Ablauf nie benutzt, trocknet der Geruchsverschluss aus und Kanalgeruch steigt auf. Etwas Wasser in regelmäßigen Abständen genügt.
  • Abfallbehälter. Hygienebehälter in Damentoiletten brauchen einen eigenen, festen Leerungstakt.

Duftspender helfen dabei nicht. Sie überdecken den Geruch und machen es schwerer, seine Quelle zu finden.

Nachfüllen ist Teil der Reinigung

Ein frisch gereinigtes WC ohne Toilettenpapier wird als ungepflegt erlebt. Wer Verbrauchsmaterial vergisst, verschenkt deshalb den Eindruck der ganzen Arbeit. Klären sollten Sie vorab nur, wer das Material stellt: Entweder liefert Ihr Unternehmen und die Reinigung füllt nach, oder die Reinigungsfirma bringt das Material mit und rechnet es gesondert ab. Beides ist üblich, es muss nur schriftlich im Leistungsverzeichnis stehen.

Wie oft der Sanitärbereich gereinigt werden sollte

Sanitärräume brauchen in der Regel einen engeren Takt als die übrigen Büroflächen. Wo die Arbeitsplätze vielleicht zweimal pro Woche reichen, sollte das WC bei voller Belegung an jedem Arbeitstag gemacht werden. Bei viel Publikumsverkehr kann zusätzlich eine kurze Sichtkontrolle über den Tag sinnvoll sein. Wie sich der passende Rhythmus für das ganze Büro ergibt, steht im Beitrag Wie oft sollte ein Büro gereinigt werden?

So arbeiten wir im Sanitärbereich

Bei uns reinigen feste Teams, die das Objekt kennen und nach derselben Reihenfolge und demselben Farbsystem arbeiten. Fällt jemand aus, übernimmt eine Vertretung, die nach denselben Regeln vorgeht. Welche Mittel wo eingesetzt werden und wer das Verbrauchsmaterial stellt, legen wir bei der kostenlosen Besichtigung fest und schreiben es auf. Sie bekommen einen Festpreis pro Monat, die Vereinbarung ist monatlich kündbar, und auf Anfragen antworten wir werktags innerhalb von 24 Stunden. Mehr zur laufenden Leistung steht auf der Seite zur Büroreinigung in Hamburg.

Häufige Fragen

In welcher Reihenfolge wird ein Büro WC gereinigt?

Von oben nach unten und von rein nach unrein. Zuerst werden Abfall entsorgt und Verbrauchsmaterial geprüft, dann Spiegel, Ablagen, Armaturen und Waschbecken gereinigt, danach Türgriffe und Schalter, anschließend WC und Urinal und ganz zum Schluss der Boden. So wird kein Schmutz aus dem unreinen Bereich in den reinen getragen.

Was bedeuten die Farben der Reinigungstücher?

Verbreitet ist ein Vier-Farben-System: Rot für WC und Urinal, Gelb für die übrigen Sanitärflächen wie Waschbecken und Fliesen, Blau für Büromöbel und Grün für Küche und Lebensmittelbereich. Welche Farbe wofür steht, ist nicht gesetzlich festgelegt. Wichtig ist, dass im Objekt ein System gilt und jede Person im Team es kennt.

Warum riecht es im WC trotz täglicher Reinigung?

Meist, weil an der falschen Stelle gereinigt wird. Urin setzt sich in Fugen, am Boden rund um das WC, unter dem Urinal und in selten genutzten Bodenabläufen fest. Ein ausgetrockneter Geruchsverschluss lässt Kanalgeruch in den Raum. Duftspender überdecken das nur. Abhilfe schafft die gezielte Reinigung dieser Zonen und regelmäßig etwas Wasser in trockene Abläufe.

Wie wird Urinstein entfernt?

Mit einem sauren Sanitärreiniger, der Urinstein und Kalk löst, und ausreichend Einwirkzeit. Wichtig sind zwei Dinge: Saure Mittel greifen Naturstein wie Marmor an, und sie dürfen nie mit chlorhaltigen Produkten gemischt werden, weil dabei giftige Gase entstehen. Ist der Urinstein schon dick verkrustet, ist eine einmalige Grundreinigung sinnvoller als wochenlanges Nacharbeiten.

Gehört das Nachfüllen von Seife und Papier zur Reinigung?

Ja, das sollte es. Die Reinigungskraft ist ohnehin jeden Einsatz im Raum und sieht, was fehlt. Offen ist meist nur, wer das Material stellt. Das gehört ins Leistungsverzeichnis: entweder liefert der Auftraggeber und die Reinigung füllt nach, oder die Reinigungsfirma besorgt das Material mit.

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